Silvester


Frühstück gab es heute selbstgemacht im Hotelzimmer. Anja hat sich am Abend vorher Müsli mit Joghurt gemixt („Overnight Oats“), ich hatte Müsli und einen Pack Milch im Rewe gekauft. Lecker und vor allem nicht zu viel. Dazu gab es Instant-Kaffee, dank Wasserkocher und etwas Geschirr im Zimmer. (Die Hotel-Pension hier bietet kein Frühstück an.)

Dann fahren wir mit dem Auto zum UKBF, dem Universitäts-Klinikum-Benjamin-Franklin. Anja hat dort vor langer Zeit ihre Doktorarbeit gemacht und leider liegt dort gerade meine Patentante Ulrike, die wir dann auch besuchen wollen. In der Nähe vom UKBF hängen wir das Auto an eine Extrem-langsam-Ladestation, sie startet mit 1,5 kWh und hangelt sich auf 4 kWh hoch 😅 – normal wären 11 kWh. Aber egal, wenigstens kostet das Parken nichts.

Der Besuch bei Ulrike ist schmerzhaft, aber wir glauben, dass sie ganz froh ist, dass wir da waren.

Danach schauen wir noch beim nahegelegenen „Mäusebunker“ vorbei. Bis vor ca. 10 Jahren hatte die Charité dort viele Versuchsräume untergebracht, weil das Gebäude aber asbestbelastet ist und eine Sanierung zu teuer war, hat man an anderer Stelle ein neues Gebäude errichtet. Die Charité wollte den Mäusebunker abreißen, aber dagegen regte sich Widerstand. Der Mäusebunker ist zwar hässlich, aber schon wieder so hässlich, dass man ihn sehenwert findet. Er ist ein Paradebeispiel für den Baustil des „Brutalismus“.

Lost Place „Mäusebunker“ (so heißt das Gebäude tatsächlich auch bei Google Maps)
Anja vor dem UKBF/Charité

Wir laufen noch eine halbe Stunde am Teltowkanal vorbei. Zum Glück habe ich keine Badehose dabei, sonst wäre ich noch auf die Idee gekommen, schwimmen zu gehen. 😉

Teltowkanal

Anja:

Im Anschluss fahren wir bei bei meiner alter Wohnung vorbei in der Lauenburger Str. 107 (nicht 108!). Ich klingele bei meiner alten Haus-Mittbewohnerin und Kollegin aus dem Labor in Mitte (damals absoluter Zufall, dass wir in einem Haus wohnten!). Ich klingele auf Verdacht – und die inzwischen 80-jahrige Johanna Golla ist da! Ne knappe halbe Stunde bin ich daraufhin im Haus verschwunden, während Dirk im Auto wartet. Es war so schön, Johanna so herzlich, hat viel erzählt von den Bewohnern und dem Vermieter, den ich auch noch kenne (griesgrämig wie eh und je), von ihren überstandenen zwei Krebserkrankung, von ihren Japanplänen. Ihre Wohnung, so geschnitten wie meine damals, zwei Stockwerke drüber, ist wunderschön und hell und gemütlich. Sie zahlt noch 450 Euro Kaltmiete (+ 200 Euro Nebenkosten) für 55 qm, weil ihre Vertrag vor vielen Jahren noch auf Kohle-Ofen-Basis lief! Ich hatte damals einen Nachtspeicherofen, der musste aber raus wegen Asbest, sagte Johanna.

So eine flotte Frau mit 80!

Zurück am Auto fahren wir zurück in die Nähe unserer Pension und stellen dort das Auto in einer Tiefgarage ab (eh besser über Silvester). Wir kaufen uns anschließend per App ein 24-Stunden-Ticket für den Berliner Nahverkehr (BVG) und fahren in Richtung Alexanderplatz. Eigentlich wollen wir den Dom besichtigen, da wir aber aufs Klo müssen und das Wetter schlecht ist, kaufen wir lieber einen Regenschirm im DM und trinken in einem kleinen gemütlichen Café namens „Zur alten Zicke“ Kaffee mit Limo und Essen ein Stück Kuchen resp. Cookie  dazu.

Im Anschluss müssen wir noch die Zeit totschlagen. Leider haben alle Ausstellungen, Museen und Geschäfte nach 16 Uhr zu und wir laufen und gehen kreuz und quer durch Berlin.

Rotes Rathaus
Reste der Berliner Mauer
Kottbusser Tor, genannt „Kotti“

Jetzt ist es dunkel und gegen 17:30 Uhr; wir beschließen, unser Abendessen um eine Stunde vorzuziehen und sind gegen 18:30 Uhr in der Nähe vom Boxhagener Platz im Restaurant „Tat“. Anja hatte das über ChatGPT gefunden und wir wurden nicht enttäuscht (4,9 Sterne bei mehreren Hundert Bewertungen). Sehr leckeres Essen und Trinken, wir lassen es richtig krachen und gönnen uns Vor-, doppelte Haupt- und Nachspeise für gar nicht mal so viel Geld. Hier müssen wir unbedingt mal wieder hin, wenn es uns nach Berlin verschlägt.

Vorspeisen
Hauptspeisen verspeisend:
Erdnuss-Hähnchen mit knackigem Gemüse (schön scharf) für Anja, eine Bowl für mich und Crispy Lachs-Sushi zum Teilen.
Meine leckere Poké Bowl mit Reis

Anschließend geht’s mit der S-Bahn zurück gen Hotel, zum Savignyplatz, und von dort noch eine viertel Stunde zu Fuß. Mit über 22.000 Schritten sind wir ganz schön fertig. Ob wir es nachher um Mitternacht noch einmal raus auf die Straßen packen? Nein, wir haben keine Lust.

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2 Kommentare zu “Silvester”

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