Hasle – Festung Hammershus – Jons Kapel


Ich hatte heute eine Strecke herausgesucht, bei der es viel zu entdecken und einige Höhenmetern zu erklimmen geben sollte.

Wir sind, spät wie immer, gegen 11.30 Uhr ins Hasle, einem kleinen Städtchen im Westen von Bornholm los in Richtung Nordosten geradelt. Schon nach kurzer Zeit haben wir uns „Ruts Kirke“ angeschaut, eine beschauliche Kirche auf romanischer Zeit, die immerhin auf dem mit 130m über dem Meer dritthöchsten Bornholmer Hügel steht. Wie bei vielen Kirchen in Nordeuropa, war der Glockenturm als getrenntes Gebäude neben der Kirche als sogenannter „Glockenstapel“ befindlich. Ruts Kirke hat aber 1877 einen richtigen Glockenturm bekommen, so dass der Glockenstapel eigentlich nicht mehr notwendig wäre.

Ruts Kirke: Links alter Glockenturm (aka Glockenstapel), rechts Kirche mit neuem Turm

Weiter ging es zu Ols Kirke, einer der vier Rundkirchen auf Bornholm, Kirchen die gleichzeitig Kirche und Burg waren. Runde Gebäude bieten bessere Verteidigungsmöglichkeiten ohne Tote Winkel und boten der Bevölkerung Schutz vor den über das Meer kommenden Piraten.

Ols Kirke
Innenraum

Wieder am Meer angekommen, ging es durch die beschaulichen Ortschaften Tejn, Allinge und Sandvik. In Tejn fanden wir hinter dem Hafen einen kleinen Strand, an dem ein paar Rentner ihr Mittagessen grillten. Außerdem gab es dort eine Sauna zum mieten, Anja reservierte uns gleich zwei Stunden Sauna am Freitag.

Strand mit Sauna
Gemütliches Radeln

Als nächstes Zwischenziel radelten wir zum Hammeren Fyr, einem Leuchtturm am Nordende der Insel, der aber zwischenzeitlich von einem moderneren Leuchtturm abgelöst wurde. Trotzdem ist der Hammeren Fyr in gutem Zustand und kann ohne Eintritt bestiegen werden. Oben hat man eine tolle Aussicht über die nahe und Ferne Umgebung, so kann man z.b. in der Nähe die Festung Hammershus und in der Ferne die Küste von Schweden sehen. Auf dem Weg zum Hammeren Fyr kamen wir durch einen schattigen Wald, in dem Schafe und junge Rinder in paradiesischer Umgebung leben.

Hammeren Fyr
Betriebsraum
Oben
Die Lampe leuchtet

Nach dem Hammeren Fyr ging’s zum „Opalsee“. Der See entstand durch aufgegebenen Granitbergbau. Das große Loch im Boden füllte sich nach Abschluss der Arbeiten mit Wasser. Der See hat eine türkisblaue Farbe. Für Nichtschwimmer ist er zu gefährlich, da man nur im Eingangsbereicht stehen kann. Ich drehte eine schöne Runde im 17°C warmen Wasser.

Vor dem Abgrund
Am Abgrund
Im Abgrund

Weiter ging es zur Festung Hammershus. Für viele Reisende neben den Ostsee-Stränden das wichtigste Ziel auf Bornholm. Wir hatten uns die Festung nicht so groß und so majestätisch vorgestellt. Hier hätte man gut und gerne einige Game-of-Thrones Folgen drehen können. Sowieso fühlen wir uns oft an Schottland und Irland erinnert. Die Landschaft ist teilweise ganz ähnlich, nur ist hier auf Bornholm das Wetter verlässlicher.

Festung Hammershus
Von innen
Riesige Ausmaße
GoT-like

Nach der Festung ging es weiter durch Wälder, immer dicht am Meer längs, bis wir die Treppe hinunter zu Jons Kapel erreichten. Ich habe bergab 175 und bergauf 177 Stufen gezählt, angeblich sind es 177 und 178 Stufen. Jons Kapel ist in markanter Fels unten am Meer, in dem sich mehrere Höhlen befinden. Eine Höhle konnte ich betreten, die anderen sind nur für Kletterer erreichbar. Angeblich lebte hier in den Höhlen ein Einsiedler, der den christlichen Glauben auf Bornholm verbreitete.

Felsen Jons Kirke
Ausblick aus Jons Kapel
Jons Kapel mit löchrigem Dach
Treppe wieder hinauf

Der Rest der Strecke führte zuerst durch Wald und über eine sogenannte „Fahrradtreppe“ aus den zwanziger Jahren. Dort sollte man sein Rad über eine Treppe mit zwei Laufpfäden den Berg hoch schieben (22% Steigung). Wir schoben auch lieber, obwohl wir die Treppe bergab befuhren.

Farradtreppe

Zum Schluss ging es noch durch kleine Ortschaften und Häfen am Meer vorbei zurück nach Hasle.

Link zur Strecke:

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